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Der Grafelder Dorfladen feiert offiziell Eröffnung

Grafeld I Bersenbrücker Kreisblatt vom 30. Juli 2017

Für die Grafelder gab es am Wochenende viele lobende Worte. Sie galten dem neuen Dorfladen und waren verdient. Nun wird der Dorfladen-Alltag einkehren. Ob das Projekt Bestand hat, entscheiden die Grafelder selbst.

Mit geladenen Gästen feiert die Dorfladen-Genossenschaft die offizielle Eröffnung.

Mit geladenen Gästen feiert die Dorfladen-Genossenschaft die offizielle Eröffnung.

Auf Holzbänken sitzend oder an der Bierbude stehend, haben sich die Grafelder vor dem Eingang ihres neuen Supermarkts versammelt. Heute ist die offizielle Eröffnung, aber tatsächlich schließen musste das Geschäft nicht. Dafür haben die Grafelder mit viel Engagement, Tatkraft und auch Umsicht gesorgt.

Wie berichtet, verbreitete sich Ende 2016 die Nachricht wie ein Lauffeuer im Dorf,dass das Ehepaar Triphaus den Edeka-Markt in der Mitte des Dorfes nicht weiterführen wird. Ende April sei Schluss, hieß es damals. Um die Nahversorgung nicht zu gefährden, gründeten die Grafelder eine Genossenschaft, die seither von einer überwältigen Zahl von Dorfbewohnern unterstützt wird. Innerhalb kürzester Zeit ist es der Gemeinschaft gelungen, mit einer Summe von inzwischen 130000 Euro und viel ehrenamtlichem Arbeitseinsatz die Nahversorgung mit Lebensmitteln und Getränken im Ort sicherzustellen.

Das Ergebnis kann sich sehen lassen. Nicht nur schmückt ein nagelneues Schild die Front des Supermarktes, zudem – und das betont Klemens Mehmann vom Dorfladen-Vorstand in seiner Rede – bleibt der Laden ein Vollsortimenter. „Die Leute sollen hier nicht nur das kaufen, was im Haushalt noch fehlt, sondern den gesamten Einkauf hier erledigen“, erklärt er.

Zum „mutigen Schritt“ gratuliert der Bundestagsabgeordnete André Berghegger den Grafeldern in seinem Grußwort. Wer wenn nicht die Grafelder könne dieses Projekt in die Zukunft überführen, so der Bundestagsabgeordnete. Er erinnert sich dabei an seine erste Moorwanderung in Grafeld mit anschließendem Buchweizenpfannkuchen und Schnaps. „Da hatte ich sie alle ins Herz geschlossen“, sagt er.

Der Landtagsabgeordneter Christian Calderone wiederum freut sich in seinen Grußworten auch über die Arbeitsplätze, die im Dorf erhalten bleiben. Das sieht der Aufsichtsratsvorsitzende der Genossenschaft, Franz Morhaus, genauso, und überreicht zum Dank für ihre Treue den vielen Verkäuferinnen die weiterhin im Dorfladen arbeiten, einen Blumenstrauß. „Ich sehe uns als Team, in dem jeder seine Aufgabe hat“, betont Franz Morhaus.

Die besondere Solidarität, die die Grafelder pflegen, hebt auch Benno Trütken hervor. „Die Grafelder haben immer zusammengehalten“, sagt der Samtgemeindebürgermeister.

Sämtliche Redner an diesem Eröffnungstag sehen auf der einen Seite die Leistung, die die Gemeinschaft erbracht hat, weisen aber auch darauf hin, dass dieser Geist des Zusammenhaltes andauern müsse, damit das Projekt nicht scheitere.

Hoffnung macht unter anderen Hermann Lastringen. Er ist aus dem nordrhein-westfälischen 1300-Seelendorf Welbergen in die Samtgemeinde Fürstenau gereist. Seit sieben Jahren gibt es dort einen Bürgergenossenschaftsladen, den sich die Grafelder zum Vorbild genommen haben. „Wir sind damals den richtigen Schritt gegangen. Unsere Bürger kaufen im Ort ein“, erzählt Hermann Lastringen.

Damit dem Grafelder Laden eine ähnliche Erfolgsgeschichte bevorsteht, verspricht Wilhelm Apke, stellvertretender Bürgermeister der Gemeinde Berge, finanzielle Unterstützung der Kommune. „Wir wissen um die Bedeutung und die Wichtigkeit des Dorfladens“, so Wilhelm Apke.

Nach den Wortbeiträgen lässt es sich Pastor Hubert Schütte nicht nehmen, den neuen Supermarkt zu segnen. Mit geweihtem Wasser geht er die Reihen ab, vorbei am Obst und Gemüse bis zur Käsetheke. Nach der Segnung ist der offizielle Teil dieser Eröffnung vorbei. Nun dürfen die Gäste ins Geschäft – und – na klar: einkaufen. Es wird sicher nicht das letzte Mal sein. Auf die Erwachsenen warten günstiges Waschmittel, Chips oder Bier. Für die Kinder haben die Organisatoren Hüpf-, Sand- und Strohburgen aufgebaut. Außerdem gibt es einen Kinderflohmarkt und eine Tombola für die Erwachsenen. Alles ist bestens organisiert.