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Metzger Rathsmann aus Lünne wünscht sich neues Kontrollwesen

Lünne I Lingener Tagespost vom 17. Juli 2017

Eine stärkere Unterstützung für junge Unternehmer sowie ein nachvollziehbares und kostengünstiges Kontrollwesen wünscht sich Fleischermeister Thomas Rathsmann aus Lünne. Dies hat der junge Handwerksmeister den Mitgliedern des Arbeitskreises Agrar der CDU-Landtagsfraktion für die politische Arbeit mit auf den Weg gegeben.

Den Familienbetrieb stellten (von rechts) Georg junior, Georg senior und Thomas Rathsmann den Gästen rund um den mächtigen Bullen aus Kunststoff vor.

Den Familienbetrieb stellten (von rechts) Georg junior, Georg senior und Thomas Rathsmann den Gästen rund um den mächtigen Bullen aus Kunststoff vor.

Bei einem Besuch der CDU-Landespolitiker in der mittelständischen Metzgerei stand nach Darstellung des agrarpolitischen Sprechers Helmut Dammann-Tanke die Information über die Perspektiven eines fleischverarbeitenden Handwerksbetriebes im Mittelpunkt. Zudem gehe es um die Folgen der gesellschaftspolitischen Diskussion rund um Fragen des Tierwohls auf landwirtschaftlichen Betrieben. Gemeinsam mit den Fraktionskollegen Christian Calderone und Hans-Joachim Deneke-Jöhrens hatte Dammann-Tamke zunächst einen Schweinezüchter mit Offenstallhaltung in Neuenkirchen besucht. In Lünne begrüßte Fraktionskollege Heinz Rolfes mit Samtgemeindebürgermeister Bernhard Hummeldorf und Bürgermeisterin Magdalena Wilmes sowie CDU-Landtagskandidat Christian Fühner die Gäste.

Bei einem Rundgang durch den Betrieb stellte Thomas Rathsmann das Unternehmen vor, das er in der fünften Generation gemeinsam mit seinem Vater führt. Der Großvater unterstützt bei Bedarf. Die Wurzeln liegen in Schlesien, wo Großvater Georg sein Handwerk erlernt hat. Nach der Vertreibung nach dem Krieg wurde in Lünne eine neue Metzgerei gegründet. Noch heute werden diverse Wurstsorten nach alten Familienrezepten hergestellt. Dazu zählt auch die schlesische Weißwurst. „Der Opa hat mir inzwischen das Rezept und die Herstellungsweise verraten“, erzählt Thomas Rathsmann. Er versuche, den Produkten eine individuelle Note zu geben. In dem Zusammenhang gewährte er den Besuchern einen Blick in die Gewürzküche, in der auch regionale Gewürze Verwendung finden.

Vor etlichen Jahren hat die Familie Rathsmann das Schlachten von Schweinen aufgegeben. „Die erforderlichen Investitionen sind für einen kleinen Familienbetrieb zu hoch gewesen und haben in keinem Verhältnis zum Umsatz gestanden“, erläutert Georg Rathsmann. Somit seien im ganzen Emsland zwei Metzgereien übrig geblieben, die noch selber schlachten: Rathsmann, der sich auf das Schlachten von Rindvieh und Schafen konzentriert, und Rohrbach in Emsbüren.

Das Rindvieh kauft er selber bei den Bauern im Umkreis bis zu 30 Kilometer um Lünne ein. Bevorzugt wird Weidevieh. Die Tiere werden vor und nach der Schlachtung von einem Tierarzt begutachtet. Für die Veredlung des Rindfleisches werden vom Juniorchef besondere Verfahren genutzt, um die Fleischqualität zu steigern. So reift beispielsweise das Roastbeef bis zu zwölf Wochen am Knochen in der Kühlung.

Diverse Arbeitsschritte sind erforderlich, bevor das Fleisch verkauft wird. All dieses macht das Fleisch etwas teurer, so Thomas Rathsmann. Er sei aber überzeugt, dass viele Verbraucher eine gute Qualität honorieren. Schweine werden neuerdings je nach Bedarf von einem Landwirt aus Spelle zugekauft, der zahlreiche Vorgaben zur Verbesserung des Tierwohls in seinem Betrieb umgesetzt hat. Geschlachtet werden die Schweine im Schlachthof Uhlen in Lengerich.

Beeindruckt vom Engagement der Familie Rathsmann zeigte sich Helmut Dammann-Tamke angesichts des enormen Strukturwandels für handwerkliche Schlachtereien. Hier werde erfolgreich eine Nische besetzt. Fraglich sei, ob dieser Weg insgesamt erfolgversprechend ist. „Leider kaufen die deutschen Verbraucher viel zu sehr über den Preis und achten zu wenig auf Qualität“, wies der praktizierende Landwirt auf ein Hauptproblem hin.