Quakenbrück I Bersenbrücker Kreisblatt vom 13. Mai 2019

In den Gesprächen mit der Deutschen Bahn AG über den Bau von zwei ebenerdigen Bahnübergängen für Fußgänger und Radler ist die Stadt Quakenbrück einen Schritt weiter. Nach einem Termin in Hannover steht nun fest, dass die Bahn gegen die Umwandlung des Fußgängertunnels in der Hasestraße in eine höhengleiche Querung keine Einwände hat. Anders sieht es allerdings mit dem gewünschten Bahnübergang in Höhe der Wilhelmstraße aus: Dieser muss weiter nach Süden verlegt werden.

Worum geht es? An zwei Stellen auf der Bahnlinie Osnabrück-Oldenburg wünscht sich die die Stadt Quakenbrück seit Langem zwei ebenerdige Bahnübergänge, um Alt- und Neustadt besser miteinander zu verbinden und auch die künftigen Bewohner auf der Bahnbrache an die Altstadt „anzuschließen“. Die Querungen sind nur für Fußgänger und Radfahrer gedacht, nicht für den Autoverkehr.
 
Wie weit sind die Pläne gediehen? Das Hamburger Ingenieurbüro Eucon Technik & Service hat im Auftrag der Stadtverwaltung geprüft, ob die gewünschten Übergänge an der Stelle technisch möglich und grundsätzlich genehmigungsfähig sind. Diese qualifizierten Vorplanungen hatte die Bahn AG von der Stadt im Juni 2017 eingefordert. Damals hatte der Konzern eine Prüfung von Möglichkeiten zugesagt, „unter der Maßgabe, dass lediglich Bahnquerungen für Radfahrer und Fußgänger möglich sind“. Klar war damals auch, dass neben der Zustimmung der Bahn auch das Eisenbahnbundesamt den Plänen zustimmen müsste. Und: Die Kosten für die Bahnübergänge trägt allein die Stadt Quakenbrück.  Das Ergebnis der Untersuchung präsentierten die Experten zu Jahresbeginn: Sie kamen zu dem Schluss, dass der geplante Übergang in Höhe der Wilhelmstraße, etwa 400 Meter südlich vom Bahnhofsgebäude gelegen, weit genug entfernt sei von Weichen, die erforderliche Schranken- und Lichtzeichenanlage könne in die bestehende Bahntechnik integriert werden. Keine Probleme sahen die Ingenieure, den bestehenden Fußgängertunnel für Radler und Fußgänger in der Hasestraße teilweise abzureißen und zuzuschütten sowie die Treppenhäuser abzubrechen. An dieser Stelle könnten – wie auch in der Wilhelmstraße – Fußgänger und Radfahrer auf jeweils von einander getrennten Wegen die Bahnlinie kreuzen.
 
Was sagt die Bahn dazu? Die geforderten qualifizierten Vorplanungen hat die Stadt Quakenbrück der Bahn vorgestellt. Das Gespräch habe Ende März mit Vertretern der DB Netz AG auf Vermittlung des CDU-Landtagsabgeordneten Christian Calderone, zugleich Vorsitzender der CDU-Fraktion im Quakenbrücker Stadtrat, in Hannover stattgefunden.
 
Dort hätten Stadtdirektor Claus Peter Poppe und er für die Pläne geworden, berichtete stellvertretender Stadtdirektor Frank Wuller in einer Sitzung des städtischen Ausschusses für Planen und Bauen. Gegen die Umwandlung des Fußgängertunnels habe die Bahn keine Einwände, „kritisch wurde aber die geplante Querung in Höhe der Wilhelmstraße gesehen“. Die Bahn-Vertreter hätten aus technischen Grünen eine Verlegung weiter in Richtung Fernmeldeturm gefordert. Ein Blick auf die Karte zeigt, dass dieser Stelle etwa 180 Meter vom gewünschten Standort entfernt ist, insgesamt also rund 500 Meter vom Bahnhofsgebäude entfernt. Auch so ließe sich die Anbindung der Neustadt realisieren, „wenn auch mit einem kleinen Schlenker“, so Wuller.
 
Wie geht es weiter? Das Ingenieurbüro Eucon Technik & Service habe bereits den Auftrag, die erforderlichen Vermessungen auszuführen und die vorgelegte Vorplanung zu aktualisieren, sagte Frank Wuller auf Anfrage unserer Redaktion. Er geht davon aus, dass die überarbeiteten Pläne noch vor den Sommerferien mit der Deutschen Bahn abschließend besprochen werden könnten. Mit einer Entscheidung sei dann „frühestens im Herbst“ zu rechnen, bevor das Planfeststellungsverfahren angeschoben werden könne.